Auf Sizilien “ist der Schlüssel zu allem”
Wer durch Sizilien reist, könnte meinen, er befinde sich im Traumland von Daniel Cohn-Bendit
, dem ehemals Beauftragten für Multikulturelles der Stadt Frankfurt. Griechen und Phönizier beherrschten die größte Insel im Mittelmeer ebenso wie später die Römer oder der Germanenfürst Odoakar im Jahre 476. Die Moslems landeten 827 in Sizilien, in Marsah el Allah. Dem “Hafen Gottes“ – der Stadt, die heute Marsala
heißt, woher der schwere sizilianische Süßwein gleichen Namens stammt.
Im elften Jahrhundert brachten die Normannen das Eiland in ihre Gewalt, dann die Stauffer unter Friedrich II. , schließlich die Spanier und 1720 Karl VI. von Österreich. Nach der Landung von Guiseppe Garibaldi 1860 wurde Sizilien endlich Teil Italiens, wenngleich es auch später einen besonderen Autonomiestatus erhielt.
All diese Eroberer hinterließen ihre Spuren und machten Sizilien so zu einer Schatzinsel für die Kultur der alten Welt. „Schenken sie uns drei Wochen ihres Lebens und wir geben ihnen 3000 Jahre Geschichte“, wirbt daher auch Siziliens Regierungssprecher Francesco Scoma für seine Heimat.
Wer also auf den Spuren der Geschichte wandeln möchte, wird die Stadt Agrigent
besuchen und im „Tal der Tempel“ den Tempel des olympischen Zeus besichtigen. Er ist der drittgrößte Tempel der griechischen Welt. Zwischen den Säulenbauten stehen wie auf der ganzen Insel farbenprächtige Mandelbäume, die zur Blüte schon im Februar ihren Duftschleier über die Historie ausbreiten.
Auch in Syrakus
sieht man, was der Naturphilosoph Empedokles im fünften Jahrhundert meinte, als er über seine Landsleute sagte: „Sie essen, als ob sie morgen sterben müssten. Und sie bauen, als ob sie ewig leben würden.“ Hier im archäologischen Park (Parco Archeologico della Neapoli
) steht das griechische Theater mit einem Durchmesser von 138 Metern, aus dem Felsgestein des Hügels gearbeitet, oder der fast 200 Meter lange Altar der Hieron, auf dem die Opferriten vollzogen wurden. Zu bewundern ist auch das römische Amphitheater aus dem dritten nachchristlichen Jahrhundert.
Catania
hingegen, am Fuße des Ätna
gelegen, ist eine dunkle, aus dem Gestein des Vulkans gebaute Stadt, mit einem Amphitheater, Kathedralen und dem römischen Theater ebenfalls reich an historischen Bauten. Der Ätna, Europas größter noch tätiger Vulkan, bietet eine besondere Attraktion: In den Wintermonaten kann man hier Skifahren, während am Fuß des dampfenden Kolosses schon die Mimosen blühen.
Die Deutschen bilden nach den Franzosen die zweitgrößte Gruppe ausländischer Touristen. Sie wandeln auf den Spuren Goethes, der 1787 hier erkannte: „Italien ohne Sizilien macht gar kein Bild in der Seele: Hier ist der Schlüssel zu allem.“
Quelle: pairola-media / von Sven Sevens
Last Update 04.10.2007
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