Guadelupe und die schwarze Madonna

Dienstag, 10. August 2004

Wer Extremadura, eine der 17 autonomen Gemeinschaften Spaniens, bereist sollte auf keinen Fall einen Ausflug nach Guadalupe verpassen. Zwar kann die kleine Ortschaft nicht mit der Monumentalität und dem Reichtum an Baudenkmälern konkurrieren, wie ihn Cáceres oder Mérida zu bieten haben, dennoch kommen jährlich Tausende von Besuchern nach Guadalupe. Der Ort bietet einen einzigen Schatz, für den die Besucher unaufhörlich in die Stadt strömen. Guadelupe ist eine der wichtigsten Pilgerstätten des Landes, denn hier befindet sich die Schwarze Jungfrau, Nuestra Señora de Guadalupe.


Die Dünen von Maspalomas.
Foto: Tourspain

Die Legende besagt, dass die Jungfrau Maria im 13. Jahrhundert dem Bauern Gil Cordero erschienen sein soll. Anscheinend wurde sein Bericht als glaubwürdig erachtet, denn an der Stelle der Erscheinung errichtete man einen Tempel. Seit dieser Zeit gab es immer wieder Berichte über die wundertätige Maria, so dass Guadalupe heute ein Ziel der religiösen Träume ist, für das viele Gläubige eine beschwerliche Pilgerfahrt auf sich nehmen. Außerdem ist die Schwarze Jungfrau auch die Schutzpatronin von Mexiko.

Heute wird die Statue der Schwarzen Jungfrau im Real Monasterio de Nuestra Señora de Guadalupe aufbewahrt, ein Kloster, das zu den wichtigsten Sakralbauten Spaniens zählt. Im 14. Jahrhundert begann man mit dem Bau auf einen Befehl von König Alfonso XI. Anlass zur Errichtung gab dem König eine gewonnen Schlacht gegen die Mauren, wahrscheinlich das häufigste Motiv für den Bau von Kirchen und Klöstern in Spanien.

Von außen wirkt das Kloster aufgrund seiner gewaltigen Ausmaße atemberaubend und die dicken Mauern lassen es eher wie eine Festung als wie einen religiösen Bau erscheinen. In seiner architektonischen Gestaltung vereint es drei Stilrichtungen: Mudéjar, Renaissance und Gotik. Im Inneren des Klosters werden noch weitere Kunstschätze aufbewahrt, die kunsthistorisch von großer Bedeutung sind. Eine Besichtigungstour wird von den Mönchen des Klosters durchgeführt ihr Höhepunkt ist natürlich die Möglichkeit, die legendäre Statue aus der Nähe zu betrachten und die Medaille der Madonna zu küssen.

Mit dem Kloster von Guadalupe ist neben dem berühmten Marienbild noch ein weiterer Name verbunden: der des aus Extremadura stammenden Malers Francisco de Zurbarán. Im 17.Jahrhundert verbrachte dieser einen großen Teil seines Lebens bei den Mönchen im Real Monasterio und hinterließ dem Kloster viele seiner Gemälde. Darüber hinaus bewahrt das Kloster eine bemerkenswerte Sammlung von Miniaturbüchern, die von den Mönchen verfasst wurden.

Quelle: pairola-media

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